TIERFORSCHUNG

Der Tintenfisch und der Spiegel

Tintenfische nutzen Spiegel, um Futter zu finden, das sie nicht direkt sehen können. Das galt bisher als Fähigkeit von Wirbeltieren.

Montag, 31. August 2026Skim-Redaktion6 Karten

In drei Sätzen

Er sieht das Futter nicht. Er sieht sein Spiegelbild — und findet es.

Was der Versuch zeigt

Das Futter lag außerhalb des Sichtfelds, nur sein Spiegelbild war zu sehen. Die Tiere gingen nicht zum Spiegel — sie gingen dorthin, wo das Futter wirklich lag. Sie haben das Bild also nicht für die Sache gehalten.

Quelle ScienceDaily / Fachjournalbericht, Tintenfische nutzen Spiegel, um verstecktes Futter zu finden, 2026-06-05

Zahlen

Ein Zweig, der nicht dazugehört

Spiegelnutzung kannte man von Menschenaffen, Elefanten, Delfinen und Elstern. Alle sind Wirbeltiere. Der Tintenfisch ist es nicht.

Ein Zweig, der nicht dazugehört
bisher bekannt: Wirbeltiere5
neu: ein KopffüßerWeichtier
WirbeltierMenschenaffen
WirbeltierElefanten
WirbeltierDelfine
WirbeltierElstern
WeichtierTintenfische
Auswahl der Arten, bei denen Spiegelnutzung dokumentiert ist.

Quelle ScienceDaily / Fachjournalbericht, Tintenfische nutzen Spiegel, um verstecktes Futter zu finden, 2026-06-05

Warum das mehr ist als eine Tieranekdote

Unsere Wege trennten sich vor mehr als 500 Millionen Jahren. Der Tintenfisch hat kein Gehirn wie unseres — zwei Drittel seiner Nervenzellen sitzen in den Armen. Wenn beide unabhängig voneinander auf dieselbe Fähigkeit kommen, ist sie kein Zufall, sondern eine Lösung.

Quelle ScienceDaily / Fachjournalbericht, Tintenfische nutzen Spiegel, um verstecktes Futter zu finden, 2026-06-05

Mitmachen

Ein Tier ohne Wirbelsäule löst eine Aufgabe, die als Beweis für Intelligenz galt. Das ist:

Beeindruckend · Beunruhigend · Überfällig · Überschätzt

Woher das kommt